Warum die Partei GRÜNE/ Bündnis 90 für tierethisch Konsequente nicht wählbar ist

von Wasmut W. Reyer (Kommentare: 2)

Am 13.März 2016 werden „nur“ die Landtage in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt, gewählt. Doch hat das Wahlergebnis trotzdem Einfluß auf eine künftige Gesetzgebung: Jeder deutsche Gesetzesentwurf muß auch den Bundesrat durchlaufen, in dem 69 Mitglieder der Länderregierungen sitzen. Durch die drei Landtagswahlen werden 14 Sitze des Bundesrates ggf. neu besetzt. Einige wenige tierbezogene Organisationen veröffentlichen zwar meist vor wichtigen Wahlen spezielle „Wahlprüfsteine“. Jedoch sind diese weitgehend wertlos, da sie von vornherein bestimmte Parteien ausschließen, die nicht in den allgemeinen „Mainstream“ oder die  politische Ideologie der oft etwas wichtigtuerischen Herausgeber passen.

So wurde denn auch vor dieser Wahl von (nur scheinbar politisch neutralen) Organisationen beschlossen, zum Beispiel Parteien, die sich eindeutig für ein „Europa der Nationen“ einsetzen, von vornherein gar nicht erst zu Tierschutzproblemen zu befragen. „Man“ will sie nicht im Parlament sehen – Kinder, die nicht im Sandkasten mitspielen dürfen (wobei seltsamerweise andere Kinder, die sich noch gar nicht ernsthaft ums Mitspielen bewerben, extra zum Mitspielen animiert werden). Diesbezügliche Kritik wird meist – wenn überhaupt – mit belehrender Überheblichkeit negativ beantwortet, vorwiegend mit oberflächlich geglätteten Scheinargumenten. Das bedeutet, daß wir uns nicht auf tendenziöse Empfehlungen verlassen können, sondern vor jeder Wahl selbst recherchieren müssen, um herauszufinden, was Tatsache ist und was bloßes Vorurteil, Irrtum oder gar Lüge ist.

In Kurzform läßt sich natürlich keine gründliche Analyse der tierbezogenen Parteiprogramme durchführen. Doch können wir für die Landtagswahlen am 13. März zwei klare Feststellungen treffen:

1. GRÜNEN-Sprecher Volker Beck forderte 2015 „Respekt“ gegenüber den religiösen Vorstellungen und Vorschriften von „Minderheitsreligionen“ – und zwar auch mit Blick auf das religiös begründete Schächten von Tieren durch Millionen von Muslimen. Damit scheidet für tierethisch konsequent engagierte Wähler eine Stimme für die GRÜNEN eindeutig aus: Kein Vorstandsmitglied hat sich von dieser Forderung distanziert. So ist es offenbar„grüner“ Konsens, daß unser einst mühsam errungenes gesetzliches Grundsatz-Verbot des betäubungslosen Schlachtens sozusagen auf den Müll geworfen werden soll (ganz gleich, ob es um mosaisches Schächten oder islamisches Halal-Schlachten geht). Es ist ganz unglaublich, daß eine angeblich doch so fortschrittlich sein wollende Partei einen derart krassen moralischen Rückfall in archaische Zeiten fordert und demokratieverachtend nun umgekehrt mehrheitlich vertretene Religionen und Weltanschauungen ignorieren möchte.

2. Etablierte Parteien und ihnen verbundene Leitmedien hatten offenbar nichts Besseres zu tun, als unisono auf die neue Konkurrenzpartei AfD nahezu täglich und in meist ausgesprochen unfairer Weise einzuschlagen. Ausgerechnet diese AfD hat aber den Mut, tierethisch konsequent ein durchgängiges Verbot des betäubungslosen Schlachtens zu fordern – ganz gleich, mit welchen Argumenten eine Unmenschlichkeit gegenüber Tieren begründet wird. AfD-Feinde scheinen sich offensichtlich nicht vom Gerechtigkeitsgrundsatz, sondern vielmehr von irrationalem Haß auf eine Partei leiten zu lassen, die eine Wahrung der jeweiligen kulturellen Kern-Identität der Völker als einen politischen Grundwert ansieht. Dabei ist es doch nur konsequent, wenn die AfD deshalb sowohl einen  Mono-Rassimus als auch einen uns von der EU und „transatlantisch“ autoritär verordneten „Multi-Rassismus“ als Ideologien einstuft und ablehnt. Aus welchen Motiven und mit welch perfiden Mitteln der Haß a u f die AfD zu einem Haß d e r AfD verfälscht wird, das verdiente eine gründliche Analyse. Sie kann zwar hier nicht geleistet werden, doch könnten zukunftsbewußte Entscheidungen der Wähler helfen, sie vorzubereiten.

Natürlich können Wähler bei ihrer Entscheidung andere Überlegungen als gewichtiger ansehen. Sie könnten die Gesichtspunkte Tierleiden, Duldung von Grausamkeit und Barbarei sowie einäugig nur auf Menschen angewandte, d.h. unglaubwürdige Humanität auch einfach ausklammern. Nur sollten sie dann ehrlich zugeben, daß sie damit den machtlosen Tieren in den Rücken fallen, also moralischen Verrat üben. Auf keinen Fall haben sie das Recht, konsequente, echte Anwälte der Tiere zu behindern oder gar auszugrenzen. Den Verrätern bleibt nur das Recht, zu schweigen.

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Kommentar von Wolfgang Weuster |

In Anlehnung an Lichtenberg:
Ich kann nicht leugnen, mein Mißtrauen gegen die Politiker in dieser Zeit ist bei mir vielleicht zu einer tadelswürdigen Höhe gestiegen.
Täglich zu sehen wie Leute zu Posten, Privilegien, Macht und Einfluß kommen, wie die Keller-Esel zum Namen Tausendfuß, nicht weil sie so viele Füße haben, sondern weil die meisten nur auf ihren persönlichen Vorteil bedacht sind und dabei jeden Bezug zu ihren Pflichten und zu dem von ihnen regierten Volk außer Acht lassen, hat gemacht, daß ich keinem mehr auch nur ein Wort glaube.

Kommentar von Dr. Gunter Bleibohm |

...und hierzu die Ergänzung von Kurt Tucholsky in "Schnipsel":

„Die Politik war bei uns eine Sache des Sitzfleisches, nicht des Geistes“