Gutmensch

von Dr. Gunter Bleibohm (Kommentare: 7)

G u t m e n s c h. -  Das Wort "Gutmensch" wird vom Gutmensch als Unwort, fast als Beleidigung empfunden, zumindest aber spätestens dann, wenn es ihm gegenüber direkt gebraucht wird und sein Gutmenschverhalten damit charakterisiert werden soll. Er mag es nicht, er hasst diese Ironie, wenn er als das bezeichnet wird, was er tatsächlich ist, denn seine Welt ist die Welt des Scheins, der angepassten Heuchelei, eine Welt des hündischen Kriechens vor der Massenmeinung. Der Gutmensch ist kein freier Geist, kann es nicht sein, will es nicht sein, sondern er ist der Knecht seiner eigenen Unselbständigkeit, seiner erschreckenden Denkunfähigkeit und Realitätsverweigerung.

Und was sind seine typischen Kennzeichen?

In der Regel ist er ein spezieszistischer Rassist, der typische Schüler der menschlichen Überheblichkeitslehre, denn er duldet, toleriert und entschuldigt am Menschen alles, am Tier wenig bis nichts. Tiere sind ihm Wesen zweiter Klasse.

Er ist immer Anthropozentriker, fühlt sich als Krone, als Ziel der Evolution, das Universum dreht sich nur um die Menschheit und nur die Menschenspezies ist der legitime Gesprächspartner seiner hypothetischen Götter.

Er ist ein sadistischer Leidensverherrlicher, frönt er doch meist einem ungebremsten Natalismus, denn Leben definiert er als wunderbar und deshalb muss – um diese Herrlichkeit überall hin zu tragen – viel Leben produziert werden. Er bedenkt nicht das Ende, bedenkt nicht, dass jedes Leben in der Katastrophe des Untergangs endet, meist schrecklich und fürchterlich. Antizipatives Denken ist ihm fremd.

Wenn er doch zu denken beginnt, ist sein Denkhorizont segmentiert. Er sieht ausschließlich vom Weltgeschehen den schmalen Ausschnitt eines menschheitsbezogenen Universums, wodurch all seine ethischen und religiösen Ansätze fragmentarisch bleiben. Er wandert durch die Ruinen, durch die Bruchstücke einer notwendigen universellen Moral und Ethik, die nämlich – um es als kategorischen Imperativ zu formulieren – lauten müsste: "Demut und Ehrfurcht vor jedem Leben, vor jeder Lebensform, sei deine Handlungsmaxime", denn nur dann und nur dann wirst du dich vom Gutmensch zum guten Menschen weiterentwickeln, höher entwickeln.

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Kommentar von Ulrich Dittmann |

Typisch für “Möchte-gern-Gutmenschen” ist die sie umgebende Aura einer pharisäerhaften Scheinheiligkeit.

Musterexemplare dieser Zunft sind Politiker, Religionsvertreter der verschiedensten Glaubensrichtungen, Tierausbeuter aller Couleur, etc., die - nur zum “Wohle der Dornenkrone der Schöpfung”- kübelweise ihre selbst zusammengebastelten Weisheiten über das dumme Volk ausschütten: Wahlweise laut blökend, oder salbungsvoll beschwörend, möglichst thronend in erhöhter Position, oder mit einem Mikrophon vor der Nase.

So animiert, sieht auch der "normale" Michl-Bürger sich irgendwie verpflichtet radikale Guthaftigkeit zu demonstrieren. Toleranzbesoffenen segnen so beispielsweise Multi-Kulti-Fetischisten auch die nach hier eingeschleppte, vorsätzliche Tierquälerei betäubungsloses Abmetzeln von Tieren (Schächten) willig ab.

Alles vorbildlich politisch korrekt. Der Beifall der Gutmensch-Massen ist gewiss.
Ja, leicht ist es, die Leiden anderer mit Gelassenheit zu ertragen.-

Kommentar von Wolfgang Weuster |

Gutmensch, dieser Ausdruck ist nicht erst seit Friedrich Nietzsche, Günther Anders und Ulrich Horstmann zu einem sinnentleerten und damit überflüssigen Begriff geworden.
Der sich selbst entmündigende Massenmensch, der zum homo collaborans degeneriert ist, hat nur eine einzige sinnvolle Zukunft, die anthropofugale Umwandlung in das Mineralische.

Kommentar von Dr. Gunter Bleibohm |

So sehr auch die denkende Minderheit die anthropofugale Perspektive herbei wünscht, sie wird nicht in der erhofften Schnelligkeit erfolgen. Machen wir uns nichts vor, dem Endziel wird eine lange, ich behaupte eine sehr lange, Periode elenden Vegetierens vorangehen, an deren Anfang sich die Weltbevölkerung gerade befindet. Der Niedergang wird schrecklich aber unausweichlich sein und so lange anhalten, bis der Planet ausgehöhlt und unbewohnbar geworden ist.

Kommentar von A. Kropp |

Der hiesige Gutmensch der Nachkriegszeit zeichnet sich vor allen Dingen durch verschwommene Menschheitsideale und eine antideutsche Grundhaltung aus. Allerdings hat die Masse das bis heute nicht begriffen und geht der Agitation und Propaganda jener Ideologen hörig und ängstlich auf den Leim. Die Gutmenschen – ob aus klerikalen, sozialistischen oder kapitalistischen Kreisen – sind sich einig und haben ihr Ziel weitgehend erreicht: Deutschlands Demontage.

Kommentar von Wolfgang Weuster |

Ist es nicht akzeptabel, wenn eine "antideutsche Grundhaltung" (was immer dies auch sein mag?) einer europäischen oder gar einer globalen Sichtweise entspringt, die beinhaltet, dass globale Probleme national nicht zu lösen sind ?
Wobei generell bezweifelt werden muß, dass der Massenmensch in der Lage ist, regionale oder gar globale Probleme überhaupt zu erkennen, geschweige sie zu lösen. Für mich ist das einseitig auf den Menschen fixierte, Tiere, Pflanzen, Natur und Umwelt jedoch ausschließende Gutmenschentum vom selben schlechten Geschmack. wie Nationalstolz, Deutschtümelei und nationale Überhöhung.
Zu klären wären darüber hinaus jedoch zuerst einmal die Begriffe deutsch, antideutsch sowie deutsche und antideutsche Grundhaltung,

Kommentar von Wolfgang Weuster |

Nachtrag:
eine Klärung der o.g. Begriffe ist jedoch müßig, da bereits die aufgezwungene Zugehörigkeit zur Lebensform "Mensch" hinterfragt werden muß. Wie kann man Deutsch sein wollen , wenn einem schon das Mensch sein fragwürdig ist? Ob der Zerstörer aus Deutschland kommt, aus Amerika oder aus Asien ist völlig unerheblich. Dem Zerstörungswerk ist es nicht anzusehen, das Ergebnis ist immer gleich.

Kommentar von astrid suchanek |

Das gefällt mir am besten:

Der sich selbst entmündigende Massenmensch, der zum homo collaborans degeneriert ist, hat nur eine einzige sinnvolle Zukunft, die anthropofugale Umwandlung in das Mineralische.

Wie wahr! Nur dann kann er keinen Schaden mehr auf unserem Globus anrichten. Nur dann könnten die Tiere endlich in Freude leben. Aber da die Pest der Erde, diese schlimme Fehlleistung der Natur, erst im Mineralischen verschwindet, wenn sie unsere schöne Erde völlig ruiniert hat, kommen die Tiere auch dann nicht in den Genuß, leben zu können. Das ist alles die schlimmste Ungerechtigkeit eines Gottes, den es nicht gibt.