Große Ehre für Konrad Lorenz

von Dr. Gunter Bleibohm (Kommentare: 2)

Die Universität Salzburg hat der Ikone der Verhaltensforschung, dem Nobelpreisträger Konrad Lorenz, dieser Tage die Ehrendoktorwürde wieder entzogen, die sie ihm selbst 1983 angetragen hatte. Die angeführten Gründe sind dünner als das Papier, auf dem sie niedergeschrieben und veröffentlicht wurden. Sie werfen ein blamables und niederschmetterndes Charakterbild auf die handelnden Figuren, auf ihr Denken, auf ihr Wesen, auch wenn sie sich im Professorenornat als integre Personen wähnen, oder - nach Günther Anders-„das Versagen ihres Gewissens verwenden sie als Beweis für ihre Integrität“.

Wir beobachten an diesem Fall eine kriecherische und knechtische Menschengruppe, deren Glanz im Wesentlichen aus der Reflexion des Lichtes, aus der Strahlkraft, kam, die von dem großen Geist des Konrad Lorenz in ihr kleinkariertes Leben leuchtete. So zumindest 1983 , als man den berühmten und weltweit geschätzten Nobelpreisträger ehrenhalber promovierte. Wie war man stolz, den Saum seines wissenschaftlichen Mantels - für sie viel zu groß - berühren zu dürfen. Die Salzburger Zwerge trugen die Schleppe des Giganten, demutsvoll, mit vor Bewunderung gesenktem Haupt. Die Universität Salzburg sonnte sich in der medialen Wärme dieser Promotion. Jeder konnte vom Kuchen des großen Geistes naschen.

Drei Jahrzehnte später kamen Zeiten, Regierungen und Professoren, die unter dem Deckmantel eines allgemeinen Meinungsdiktats – als politische Korrektheit umschrieben – Unredlichkeit und Unaufrichtigkeit als Markenzeichen installierten.

Sie suchten nicht die Wahrheit, weder in der Wissenschaft noch in der Gesellschaft, sondern ihr eigenes Wohl. Man setzte persönliche Zwecke als Ziel, Wissenschaft verkam zum Vorwand, wurde Nebensache, persönliches Fortkommen und widerlichste Unterwerfung unter den mediokren Zeitgeist wurde ihnen Handlungsmaxime.  Konrad Lorenz wurde Opfer ihrer charakterlichen Niedertracht, als sie meinten, ein zweites Mal seinen Glanz in ihre beschränkte Welt zu holen, wenn sie den alle Überragenden aus ihrer Mitte verbannen würden, um den Geisteszwergen ihrer Umgebung zu imponieren.

Aber man hatte eins nicht bedacht. Die Aberkennung der Ehrendoktorwürde machte deutlich, dass der Geistesgigant in ihrer Gemeinschaft der Kleingeister nicht gut aufgehoben war, er war dort deplaziert, zeigte doch der Vergleich mit ihm tagtäglich ihre Kleinheit, ihre Bedeutungslosigkeit, ihre wissenschaftliche und menschliche Inferiorität. So wenig wie der Fuchs im Hühnerstall seine Heimat finden kann, so wenig konnte der Geistestitan unter subalternen Wichten eine Heimat haben. Die Aberkennung der Ehrendoktorwürde war das klare Eingeständnis von ihnen, Konrad Lorenz ist keiner von uns. Er gehört zu den Großen, wir aber gehören für immer zu den Kleinen. Man hat ihn dadurch von der Schmach befreit, im gleichen Atemzug mit diesen Knirpsen genannt zu werden. Dafür gebührt der Universität Salzburg Dank.

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Kommentar von Ulrich Dittmann |

„Sie werden es nicht glauben, aber es gibt Staaten, die von den Klügsten regiert werden; das ist bei Pavianen der Fall“, konstatierte einst Prof. Dr. Konrad Lorenz.

Analog diesem so trefflichen Gedankengang von K. Lorenz, mag man es nicht glauben, mit welch anschleimender Rückgratlosigkeit, die heutigen(!) Universitätsfiguren in Salzburg, den Götzen Political Correctness anbeten.
Siehe hier „Entzug“ der Ehrendoktorwürde. Lorenz wird vor Lachen im Grab rotieren!

Mit selbst aufgesetztem Heiligenschein, ergriffen von der eigenen Möchte-gern-Edelhaftigkeit, brüderlich vereint mit der meinungsbestimmenden, etablierten und prominenten Politikerclique macht man sich zum willfährigen Grüßaugust des jeweils geltenden Mainstreams.
Motto: Dummheit, geistige Beschränktheit, mentale Prostitution in Verbindung mit übler Rückgraterweichung, ist bei der Masse der „Dornenkrone der Schöpfung“ im großem Überfluss vorhanden – lasst uns diese Gaben deshalb freigiebig und großflächig verteilen!

„Politische Korrektheit ist die Inquisition der Gegenwart“ (Totentanz S. 21) sei Dr. Gunter Bleibohm, in diesem Zusammenhang noch einmal abschließend zitiert.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kommentar von astrid suchanek |

Die peinliche Maßnahme der Uni Salzburg wundert doch niemanden. Mietmäuler und Charakterlosigkeit überall.

Akademische Bildung hat nicht das geringste mit tatsächlicher Bildung, mit Anstand, Sitte, Ethik und Moral zu tun. Diese Hochkaräter einer Uni haben sich selbst enttarnt und entblößt. Wenn er diese erbärmliche Klientel zu seinen Lebzeiten erkannt hätte oder falls es sie damals schon gegeben hätte, hätte Konrad Lorenz die Ehrung gewiß niemals angenommen. Die ekelhafte Verlogenheit, Volksverdummung und Verantwortungslosigkeit, die Gier nach Geld u. Macht namens political correctness verderben ganze Gesellschaften und haben es soweit gebracht, daß unsere Erde darauf zurast, was die Bibel Weltuntergang nennt.

Die Bibel ist die Niederschrift der perfektesten Erfindung der Menschheit, einer der Religionen, mit deren Hilfe die Völker im Würgegriff der Herrschenden und in der trügerischen Hoffnung nach einem endlich schönen Leben im Jenseits in Ruhe u. Ergebenheit gehalten werden.

Die Forschungsergebnisse und die Ethik von Konrad Lorenz haben den Tieren nichts genützt, die Postulate der alten Römer und Griechen und die Postulate aller Großen aller Zeiten, die Sprichworte unseres Volkes, die Tiere nicht zu quälen, haben nichts genützt. Die Forderungen des Tierschutzes, alle Demonstrationen heute für die Rechte der Tiere, für die Beendigung der Tierquälereien auf allen Gebieten haben nichts oder fast nichts genützt:

So soll die Welt denn untergehen. Das hat die Menschheit sich verdient, denn sie hat seit Beginn ihrer Existenz alles Leben mit der größten Kaltschnäuzigkeit neben und unter sich niedergewalzt, sogar sich selber bekriegt.

Eines Tages hat sie das letzte Stück Leben und Natur und damit sich selbst ausgelöscht. Dann ist es endlich aus mit ihr. Der schlimme Fehler Mensch hätte der Natur nie passieren dürfen.

Menschen mit Tieren zu vergleichen wäre eine schwere Beleidigung der Tiere.

Der Mensch ist von Natur aus böse - und er bedarf der Gnade oder Zucht, nicht um gut, sondern, um erträglich zu werden.
Dr. Peter Scholl-Latour

Gott ist widerlegt, der Teufel nicht.
Friedrich Nietzsche